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Erfahrungsbericht zum FSJ von Corinna Weißmann
Corinna Weißmann absolvierte vom 05.08.2006 bis zum 14.08.2007 ihr FSJ bei der Seemannsmission Brunsbüttel und sie verfasste folgenden Bericht.

Die FSJ-lerin Corinna Weißmann mit zwei Seeleuten beim Billard

Die FSJ-lerin Corinna Weißmann mit zwei Seeleuten beim Billard

Seit dem 15. August 2006 absolviere ich mein Freiwilliges Soziales Jahr in der Seemannsmission in Brunsbüttel. Die Arbeit mit den Seeleuten macht mir viel Spaß, ist von Zeit zu Zeit aber auch anstrengend.
Mein Arbeitstag besteht darin, um 14:30h zur Arbeit zu kommen. Im Büro drucken wir dann Zeitungen aus, schauen, welche Schiffe in den Häfen sind und fahren dann los, um Schiffsbesuche zu machen. Die bestehen darin auf die Schiffe zu gehen, den Seeleuten Zeitungen zu geben, wenn es möglich ist in der jeweiligen Landessprache, ihnen Telefonkarten zu verkaufen und ein offenes Ohr für alles zu haben.
Mein Kollege hat es oft leichter auf den Schiffen, na ja, ihm räumen sie keine Schläuche aus dem Weg, aber als Frau muss man damit rechnen und umgehen können, dass du die erste Frau seit Monaten bist, die sie sehen und man muss auf alles gefasst sein, sogar auf Heiratsanträge. Meistens sind die Seeleute aber sehr nette, höfliche und dankbare Menschen.
Ab 17:00h haben wir unseren Seemannsclub geöffnet und die Seeleute werden dann von uns abgeholt und zu uns gebracht. Hier könne sie Billard spielen, Kickern, Fernsehen schauen, Bier, Schokolade, Kosmetikartikel usw. kaufen und was ganz wichtig ist, sie können bei uns telefonieren und nach Wochen auf See endlich wieder Kontakt mit ihren Familien aufnehmen.
Um 22:00h schließen wir den Club, räumen ihn auf und fahren die Seeleute wieder zu ihren Schiffen. Gegen 22:30h habe ich dann Feierabend und kann nach Hause gehen.
Wir vermieten fünf Zimmer an Seeleute, wenn sie Crewchange haben, das heißt für mich, dass es sein kann, das Nachts um 02:00h das Diensthandy klingelt und der Agent mir sagt, dass das Schiff in einer halben Stunde da ist. Dann stehe ich auf und fahre zur Schleuse, um den Seemann abzuholen. Wenn wir Übernachter haben, dann bewirten wir sie auch, aber meistens teilen mein Chef und ich uns die Dienste, wenn ich nachts unterwegs war, macht er morgens Frühstück. Meinem Kollegen bleibt dies meist erspart, da er nicht mit auf dem Gelände wohnt, außer er hat Wochenenddienst. Wir wechseln uns mit den Wochenenddiensten ab, ein Wochenende mein Kollege, das andere ich und dafür haben wir dann zwei Tage in der Woche frei.
Die Arbeit ist sehr erfüllend wie ich finde, ich werde von Tag zu Tag gelassener mit dem Umgang der Seeleute und ich lerne Situationen zu meistern, die mich vielleicht vorher aus der Bahn geworfen hätten.
Es ist sehr schön jeden Tag zu spüren zu bekommen, dass sich unsere Arbeit lohnt, indem sich die Seeleute bedanken und man ihnen einfach anmerkt, dass sie sich bei uns wohl fühlen und sie sich freuen uns zu sehen.
Durch das FSJ hier in der Seemannsmission habe ich gelernt, einiges nicht mehr so eng zu sehen und wenn ich mal Heimweh nach zu Hause oder meinen Freunden hatte, mir zu sagen, den Seeleuten geht es noch viel schlechter, die sehen ihre Familien monatelang nicht.
Auf keinen Fall möchte ich diese Erfahrung hier missen und bin sehr froh darüber diese FSJ gemacht zu haben!
 
 

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