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Erfahrungsbericht zum FSJ von Gyde Schnoor |
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| Gyde Schnoor
absolvierte vom 01.08.2010 bis zum 31.07.2010 ihr FSJ bei der
Seemannsmission Brunsbüttel und sie verfasste folgenden Bericht. |
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Die FSJ-lerin Gyde Schnoor mit einem philippinischen Seemann beim Schlittenfahren |
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| Die Diakonie
Schleswig-Holstein bietet ein Freiwilliges Soziales Jahr in ganz
verschiedene Bereichen an: Altenpflege, Kindergarten, Wohnstätten,
Behindertenwerkstätten und in der Deutschen Seemannsmission. In der
Stellenbeschreibung der Seemannsmission steht, dass man Englisch
sprechen muss und mit Seefahrern aus fernen Ländern und
verschiedenen Kulturkreisen in Kontakt kommt. Das passte! |
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| Am 2.7.2010 zog ich
in das benachbarte Gebäude der Seemannsmission und wurde eine
vollwertige Mitarbeiterin. Nach kürzester Zeit durfte ich
selbstständig und verantwortungsbewusst arbeiten. Bei den
Schiffsbesuchen, welche meiner Meinung nach der wichtigste Teil
unserer FSJ-ler-Arbeit sind, traf ich auf ganz verschiedenen
Nationen und Persönlichkeiten. Als Frau war ich immer noch jemand
Besonderes an Bord, da die Besatzung fast aller Schiffe nur aus
Männern besteht und ich oft die erste junge Frau war, die sie nach
längeren Fahrten sahen. |
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| Einige Schiffe kommen
regelmäßig in die Brunsbütteler Häfen und da entstanden zu einigen
Seefahrern Freundschaften. Das soziale Umfeld der Seefahrer ist
meistens auf die Besatzungsmitglieder und die unregelmäßigen
Telefonate mit den Lieben nach Hause beschränkt. Umso mehr freuen
sich die Seefahrer, wenn wir mit Zeitungen, in den die
Sportergebnisse und der Wechselkurs zu erst gelesen werden, an Bord
kommen. Oft redeten wir über ihr Zuhause, ihre Kultur und über das
Leben eines Seefahrers auf einem Schiff. |
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| Die Arbeit auf einem
Schiff hat auch viele Nachteile, die ich miterlebt und erzählt
bekommen habe. Die Verträge sind häufig viel zu lang (5-10 Monate),
der Urlaub zu kurz (1-2 Monate), die Löhne zu niedrig und auf
einigen Schiffen herrscht absolutes Alkoholverbot. |
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| Die Krönung kam im
Februar durch den Kanal. Die „M/V Gorgonilla“, ein Chemietanker auf
dem Weg nach Dänemark, hatte einen Maschinenschaden und konnte nicht
weiterfahren. Sie kamen in den Brunsbütteler Ölhafen, wo man
katastrophale Lebens- und Arbeitsverhältnisse feststellte. Es gab
keine Heizung bei einer Außentemperatur von -8 °C, die
Toilettenspülungen waren defekt und es gab kein fließendes Wasser.
Kurzerhand wurde die gesamte 18-köpfige Crew krankgeschrieben und
kam bei uns in der Seemannsmission unter. Da die Reederei zuerst
nicht bereit war die Heuer zu bezahlen, blieben die Seeleute solange
bis sie ein Teil ihrer Heuer in bar bekommen hatten. In der Zeit
hatten ich die Möglichkeit, die Filipinos näher kennen zu lernen.
Mit 2 Seefahrern war ich auf dem Elbdeich Schlitten fahren, was für
sie ein Highlight darstellte. Man muss nämlich bedenken, dass die
Filipinos eine Durchschnittstemperatur von 24°C gewöhnt sind und
Schnee sonst meiden. Abends wurde zusammen philippinisches Essen
gegessen und Karaoke gesungen. Nach 2 Wochen bekamen sie einen Teil
der Heuer ausgezahlt und konnten wieder zurück nach Hause. Die Crew
war sehr dankbar für unsere Hilfe und zu einigen stehe ich immer
noch in Kontakt. |
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| Wenn ich auf das FSJ
zurückblicke, kommen mir kleine Geschichten, viele Gespräche und
Gesichter in Erinnerung. Ich bin froh mein FSJ in der
Seemannsmission gemacht zu haben und möchte diese Erfahrungen nicht
missen. |