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Logbuch

Der letzte Wunsch eines Seemnns

Die Rückkehr in die Heimat: Das war der größte Wunsch eines todkranken Seemanns.

Es war der sehnlichste Wunsch eines indischen Seemanns, zuhause im Kreis seiner Familie zu sterben. Dank der intensiven Bemühungen der Seemannsmission Brunsbüttel, des Agenten und Schiffsdienstleisters Sartori & Berger und des P&I Clubs, Versicherung in der Seeschifffahrt, konnte dieser Wunsch erfüllt werden. Ein trauriger Fall, der alle Beteiligten betroffen machte.

Es passierte während der Kanalpassage: Der 47-jährige Stewart des unter indischer Flagge fahrenden Tankschiffes „Jag Laxmi“, N.J. Tandel, fühlte sich plötzlich unwohl und klagte über heftige Magenschmerzen. Er wurde in die Brunsbütteler Westküstenklinik eingeliefert, die Seemannsmission – wie in solchen Fällen üblich – eingeschaltet.

Die Ehrenamtliche Hilvie Fries kümmerte sich liebevoll um den Mann, besuchte ihn täglich. Obwohl er nur wenige Worte Englisch sprach. Mit Unterstützung eines Mitarbeiter des Krankenhauses und eines Mitarbeiters der Stadt Brunsbüttel, die beide Hindi sprechen, war es ihr jedoch möglich, in nur wenigen Tagen einen engen Kontakt zu dem Mann aufzubauen. „Er war offensichtlich froh, dass sich jemand weit weg von zuhause, in einer völlig fremden Umgebung um ihn kümmerte, sagte, ich sei wie eine Mutter zu ihm“, erzählt Hilvie Fries. Die Aufgabe hat die ausgebildete Krankenpflegerin sichtlich mitgenommen.

Die Diagnose der Ärzte war für alle niederschmetternd: Bauchspeicheldrüsenkrebs mit nur geringer Überlebenschance. Zumindest in dem Punkt konnte sie den Inder beruhigen, indem sie ihm klarmachte, dass jeder, der krank ist, in Deutschland ärztlich behandelt wird. „Mister Tandel stammte offensichtlich aus einer niedrigen Kaste. Denn er meinte, nicht behandelt werden zu dürfen“, erzählt Hilvie Fries. Sie setzte alle Hebel in Bewegung, dem 47-Jährigen seinen sehnlichsten Wunsch zu erfüllen: nämlich bei seiner Familie in der Heimat zu sterben.

Der Zustand des Inders verschlechterte sich zusehends. Es musste schnell gehandelt werden, was nicht ganz einfach war. Hilvie Fries: „Die damit verbundene Bürokratie hat uns fast verzweifeln lassen.“ Dann aber klappte alles nahezu wie am Schnürchen. Ein von der P&I bestellter Arzt aus England traf ein. In seiner Begleitung konnte der Inder knapp einen Tag später den Heimflug antreten – bequem liegend in der ersten Klasse. Das war am 22. Juni. Drei Tage später traf per WhatsApp in der Seemannsmission die traurige Nachricht ein: N. J. Tandel ist am Dienstag, 25. Juni, um 20.45 Uhr gestorben. Er konnte noch 72 Stunden mit seiner Familie verbringen.“

Der Seemann hinterlässt eine Frau und einen 13-jährigen Sohn. „Sie haben jetzt nicht nur Mann und Vater verloren, sondern auch den Ernährer“, sagt Stationsleiter Seemannsdiakon Leon Meier.

Denn fest steht, dass die Familie arm war und jetzt ohne Einkommen in völliger Armut lebt. Die Seemannsmission erbittet deshalb Spenden für die Familie des Seemanns.. Sie können eingezahlt werden auf: Spendenkonto Seemannsmission Westküste e.V.
Sparkasse Westholstein
BIC: NOLADE21WHO
IBAN: DE73 2225 0020 0153 0694 25

Stichwort: TANDEL

Leon Meier sichert zu, dass die Spenden per Western Union direkt an die Familie in Indien überwiesen werden.

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Athur Amiscus

Seefahrer

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Leon Meier

Seemannsdiakon und Stationsleiter

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