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Logbuch

Die Seemannsmission Brunsbüttel besteht 65 Jahre

Das einstige Seemannsfrauenheim auf der Schleuseninsel. Es wurde 1966 eingeweiht, musste aber 1978 geschlossen werden.

Brunsbüttel (se) Vom „Wartesaal zwischen den Meeren“ zum modernen Seefahrtszentrum. Seit 65 Jahren gibt es die Seemannsmission in Brunsbüttel. Der Geburtstag soll beim Sommerfest am Sonnabend, 25. August, auf dem Gelände an der Kanalstraße gefeiert werden.
Genau am 12. Februar 1953 Punkt 12 Uhr wurde die blaue Flagge mit dem weißen Kreuz auf der Schleuseninsel über einer ausrangierten Militärbaracke gehisst. Sie diente 13 Jahre als Warteraum für Seemannsfrauen, bis 1966 an ihrer Stelle ein Seemannsfrauenheim mit sechs Einzel-und drei Dopelzimmerm und einem Aufenthaltsraum gebaut wurde. In diesen Jahren kümmerte sich die Mission fast ausschließlich um Seemannsfrauen. Erst ab 1965 wendete sich die Arbeit zunehmend den Seefahrern zu. Und auch sie begann in äußerst bescheidenen Verhältnissen: In einer alten Lagerhalle am Südkai entstand ein Seemannsheim.
Bis hin zum heutigen Seefahrerzentrum an der Kanalstraße war es allerdings ein langer Weg, begleitet von vielen finanziellen Stürmen, die die Arbeit gefährdeten. Sparmaßnahmen der Kirche, der schlechte Zustand des Seemannsheims und die geringe Auslastung des Seemannsfrauenheims führten Mitte der 1970er-Jahre zur Schließung beider Einrichtungen. Seeluete sprachen, wenn die Rede auf Brunsbüttel kam, nur noch „vom Ort ohne Bleibe“. Immerhin entstand ein Warteraum für Frauen, Kinder und Angehörige im Zentralleitstand auf den Schleusen.
Schließlich gelang es der Seemannsmission, ein leerstehendes Einfamilienhaus neben dem Gemeindezentrum Süd zu kaufen. Es wurde umgebaut und saniert. Mit der Einweihung im Juli 1978 entstand das erste echte Seemannsheim in Brunsbüttel. Zugleich wurde damit quasi der Grundstein für das heutige Seefahrerzentrum mit Clubräumen, Andachtsraum und fünf Zimmern für Übernachtungen gelegt. Ermöglicht durch eine Spende der Internationalen Transportarbeiter Föderation (ITF) ging es im Mai 2001 in Betrieb.
Bis in die 1990er-Jahre war das Seemannsheim vor allem eine Herberge für Seeleute, die in Brunsbüttel abgemustert hatten und in der Heuerstelle auf den Schleusen nach einem neuen Job suchten. Es waren oft Männer ohne soziale Bindungen an Land. Hier konnten sie ihre Wertsachen aufbewahren lassen, hier hatten sie ihre Postanschrift. Die Krise in der deutschen Seeschifffahrt mit der Ausflaggung vieler deutscher Schiffe führte dazu, dass sich der Aufenthalt mancher Seeleute bis zu sechs Wochen erstreckte.
Heute heuern Seeleute vor allem aus den Philippinen, Russland und der Ukraine an oder aus eben Ländern mit deutlich niedrigeren Arbeitslöhnen. Hinzu kommt, dass die Liegezeiten in den Häfen immer kürzer werden. Das hat die Arbeit der Seemannsmission verändert. Bordbesuche stellen eine ihrer Hauptaufgaben dar. Zugleich trägt der Club dieser Entwicklung Rechnung. Bei den Besuchern – knapp 5000 pro Jahr – handelt es sich fast ausnahmslos um ausländische Seeleute. Im Seemannsclub können sie ein paar Stunden festen Boden unter den Füßen genießen und mit ihren Familien skypen. Er ist ein „Zuhause in der Ferne“. Der Leiter der Station, Seemannsdiakon Leon Meier, brachte es einmal so auf den Punkt: „Unter Seelsorge verstehe ich auch den Verkauf von Simkarten für Smartphones. Denn ein Gespräch mit der Familie hilft in schwierigen Situationen oftmals mehr, als ich zu leisten im Stande bin.“

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Ich möchte mich noch einmal ganz, ganz herzlich für die tolle Betreuung meines Crewmitgliedes während seinen Klinikaufenthaltes in Brunsbüttel bei Ihrem ganzen Team bedanken. Sie machen eine tolle Arbeit.

Andreas Greulich

Kapitän von der "MS Deutschland"

Die Seemannsmission ist oft Bindeglied zwischen weiter Ferne und Heimat. Sie hilft, dass die Seeleute zumindest manchmal ihren 'eisernen Käfig' – wie die Seeleute selbst ihr Schiff oft nennen – verlassen können.

Pauline Frick

Ehemalige FSJ-lerin

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